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Cannabis in der Wundheilung

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Cannabis in der Wundheilung

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Cannabinoide wurden schon vor tausenden Jahren in der Wundheilung eingesetzt. Obwohl man die genauen Wirkungsmechanismen dahinter noch nicht verstand, war die entzündungshemmende, antiseptische und schmerzlindernde Wirkung damals schon bekannt. Heute versuchen Wissenschaftler die genauen Prozesse dahinter zu erforschen und so zu verstehen, wie Cannabinoide die Wundheilung beeinflussen.

Das Endocannabinoidsystem in der Haut

Die äußerste Hautschicht heißt Epidermis, darunter liegt die Dermis in der beispielsweise Schweißdrüsen, Haarwurzeln und Blutgefäße liegen. Das Endocannabinoidsystem ist sowohl in der Epidermis, als auch in der Dermis vorhanden. Dies lässt sich daran festmachen, dass sowohl CB1- und CB2-Rezeptoren, als auch die Endocannabinoide Anandamid und 2-AG in der Haut nachweisbar sind.

Bei Verletzungen, Verbrennungen, Entzündungen, etc. wird das Endocannabinoidsystem aktiviert und die Konzentration an Endocannabinoiden steigt. Man vermutet daher, dass das Endocannabinoidsystem eine wichtige Rolle bei der Heilung von Wunden spielt.

Die vier Phasen der Wundheilung

Die Wundheilung beginnt automatisch, sobald der Körper eine Wunde hat. Im Rahmen dieses Prozesses wird die Wunde verschlossen und das beschädigte Gewebe wird wieder hergestellt. Der Prozess der Wundheilung unterteilt sich in vier Phasen.

In der ersten Phase (exsudative Phase) setzt die Blutgerinnung ein und Wundschorf bildet sich. Ebenso rötet sich das Gewebe rund um die Wunde und schwillt an. Die exsudative Phse beginnt kurz nach der Verletzung und dauert einige Stunden an.

Fast zeitgleich setzt die zweite Phase (resorptive Phase) ein, während der abgestorbene Zellen und Blutgerinnsel abgebaut werden. Dieser Prozess dauert bis circa drei Tage nach der Verletzung.

Die dritte Phase (Proliferationsphase) beginnt ab dem vierten Tag nach einer Verletzung. Nun beginnt die Wunde sich zu schließen und neues Gewebe wird gebildet.

Die letzte Phase (Reparationsphase) beginnt ca. acht Tage nach der Verletzung. In dieser Phase bildet sich helles Narbengewebe um die Wunde.

Das Endocannabinoidsystem und die Wundheilung

Eine Studie aus dem Jahr 2010, die an der China Medical University durchgeführt wurde liefert interessante Hinweise auf das Zusammenspiel zwischen Endocannabinoidsystem und Wundheilung. Hierbei fügten die Forscher Mäusen kleine Schnittwunden zu und beobachteten diese. An der Wundfläche wurden hierbei bis zu 14 Tage nach der Verletzung CB1-positive Zellen gefunden. Dies führt zu der Erkenntnis, dass die CB1-Rezeptoren der Haut während der Wundheilung aktiviert werden und an diesem Prozess beteiligt sind. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Konzentration der CB-1 Rezeptoren in der Haut bei Verletzungen ansteigt.
THC könnte an diese Rezeptoren anbinden und so eine schmerzstillende, entzündungshemmende und antibiotische Wirkung ausüben.

Ebenfalls im Jahr 2010 führten Forscher der University of California eine Studie an Mäusen und Ratten durch, die herausfand, dass eine höhere Anandamid-Konzentration für eine Abnahme von Schmerzen verantwortlich ist. Demnach sollten auch exogene Cannabinoide bei Wunden dazu beitragen können die Schmerzen zu reduzieren.

Neben THC besitzen außerdem auch andere Cannabinoide, wie CBD, CBN und CBG antibiotische Eigenschaften, die bei der Reinigung und Erstversorgung von Wunden durchaus hilfreich sein könnte, indem Entzündungen vorgebeugt werden können. Eine Studie aus dem Jahr 2008 ergab, dass Cannabinoide vor allem gegen multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA) wirksam sind. Diese Erreger infizieren hauptäschlich Wunden und führen dort zu Infektionen, wie nekrotisierende Fasztiitis, Hautabszesse, etc.

Vor allem Öle und Salben, die topisch angewendet werden besitzen großes Potenzial die Wundheilung nachhaltig zu unterstützen. Bei schweren Wunden sollte dennoch immer ein Arzt aufgesucht werden. Eigenständige Experimente mit Cannabinoiden sind hier nicht ratsam.

 

 

 

 

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