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CBD bei Herzinsuffizienz

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CBD bei Herzinsuffizienz

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Weltweit leiden ca. 23 Millionen Menschen an Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und jährlich wird bei über 670.000 Menschen Herzinssufizienz diagnostiziert. Statistisch gesehen stirbt die Hälfte aller Patienten innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose. Aufgrund der immer besser werdenden medizinischen Versorgung steigt die Lebenserwartung und Lebensqualität der Patienten, jedoch ist die Herzinsuffizienz bis heute nicht heilbar.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz schwach und kann die Körperzellen nicht mit ausreichend Sauerstoff und nährstoffreichem Blut versorgen. Typische Symptome einer Herzinsuffizienz sind z.B. Atemnot beim Treppensteigen oder bei anderen körperlichen Belastungen, Müdigkeit, Atemlosigkeit, Appetitlosigkeit oder Herzrhythmusstörungen.
Mögliche Ursachen einer Herzinsuffizienz sind z.B. Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit/Herzinfarkt, Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen oder Alkoholmissbrauch.
Bei der Behandlung einer Herzinsuffizienz kommen Medikamente wie z.B. ACE-Hemmer oder Betablocker zum Einsatz. Zudem rhythmologische Therapien oder eine Einpflanzung eines Drei-Kammer-Schrittmachers zur Aktivierung der Vorhöfe und beider Herzkammern und gezieltes körperliches Training.

Was sind die Auswirkungen einer Herzinsuffizienz?

Aufgrund der mangelnden Pumpfunktion des Herzens kann es im Blutkreislauf zu einem Vorwärts- oder Rückwärtsversagen kommen.
Unter Vorwärtsversagen versteht man eine nicht ausreichende Pumpfunktion, um die Muskeln und Organe im Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Als Folge kann es z.B. zu einer Atemnot bei geringer Belastung oder Ruhe, zum Schwächegefühl oder auch zu verminderter Belastbarkeit kommen.
Unter Rückwärtsversagen versteht man, dass es wegen der mangelnden Pumpfunktion des Herzens zu einem Rückstau des Blutes kommt, das aus der Lunge und dem Körperkreislauf zum Herz zurückfließt. Der Rückstau kann zu einem Druckanstieg in den Blutgefäßen führen, woraufhin mehr Flüssigkeiten aus den Gefäßen in das Gewebe gedrückt wird. Die Folge können Ödeme (Wassereinlagerungen) z.B. in der Lunge oder in den Beinen sein.

Bislang ist eine Herzinsuffizienz nicht heilbar, durch die Behandlungsmaßnahmen können die Symptome nur gemindert werden und eine Änderung des Lebenstils und eine bewussten Umgang mit dieser Krankheit können dazu beitragen, die Prognose der Krankheit zu verbessern.

Doch wie kann CBD hilfreich sein?

Viele Studien lassen darauf schließen, dass Cannabidiol (CBD) entzündungshemmende und antifibrotische (Gegenwirkung einer krankhaften Vermehrung des Bindegewebes) Eigenschaften hat, die für eine Behandlung der Herzinsuffizienz hilfreich sein können.

Die Bioverfügbarkeit von Cannabidiol

Lediglich ein Bruchteil des eingenommenen CBD gelangt in den Blutkreislauf des Körpers, um seine Wirkung zu entfalten. Die Bioverfügbarkeit von CBD ist abhängig von der Konsummethode, d.h. einige Konsummethoden sind wirksamer als andere.
Bei CBD handelt es sich um eine hydrophobe (wasserabweisende) Substanz, die im Wasser nur begrenzt lösbar ist. Um mit den Cannabinoid-Rezeptoren im Körper interagieren zu können, muss CBD in den Blutkreislauf gelangen. Von dort landet ein Großteil des eingenommen CBD jedoch im Fettgewebe und somit ist die Bioverfügbarkeit reduziert. Infolge dessen kann CBD seine restliche Wirkung nicht weiter entfalten, da es nicht weitertransportiert werden kann.
Bei einer oralen Aufnahme von CBD muss die Substanz zunächst die Leber passieren, um anschließend in den Blutkreislauf zu gelangen. Allerdings wird das CBD von der Leber absorbiert und die CBD-Moleküle von den Leberenzymen zerlegt (First-Pass-Effekt), was die Bioverfügbarkeit reduziert. Durch die biochemischen Abläufe in der Leber wird die Wirksamkeit von CBD oder auch anderen bioaktiven Präparaten gedrosselt.

Einführung eines pharmazeutischen CBD-Öls

Das kanadische Biotech-Unternehmen “Cardiol Therapeutics” ist unter anderem in der Herztherapieforschung tätig und arbeitet mit Forschern in internationalen Kompetenzzentren zusammen. Cardiol arbeitet an patentierten Nanotechnologielösungen für eine gezielte Zufuhr von CBD und anderen liophilen (gut in Fett löslich) Medikamenten, um die zuvor beschriebene Problematik mit der Bioverfügbarkeit zu lösen.
Das Unternehmen plant die Einführung es reinen pharmazeutischen CBD-Öls in den kanadischen Medizinmarkt. Dazu hat das Unternehmen ein patentiertes System entwickelt, bei dem lipophile Arzneimittel wie CBD in einer wasserlöslichen (hydrophilen) Hülle eingeschlossen sind. Laut Angaben des Unternehmen kann der aktive lipophile Bestandteil durch diese Hülle effektiv im Blutkreislauf zirkulieren.
Durch den First-Pass-Effekt kommt es bei der oralen Einnahme von CBD zu einer Bioverfügbarkeit von weniger als 10 Prozent. Die Methode von Cardiol, den oralen Weg zu vermeiden, ermöglicht eine wesentlich höhere Konzentration lipophiler Wirkstoffe im Blutkreislauf und hat somit ein hohes Potenzial im medizinischen Bereich.

Diese Ergebnisse weisen den Weg für weitere Forschung.

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