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Die Terpene in der Cannabis-Pflanze

Geschichte / Lexikon Pflanzenkunde

Die Terpene in der Cannabis-Pflanze

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Was sind Terpene?

Terpene sind natürlich vorkommende chemische Verbindungen in Organismen mit einem großen Reichtum an Aromen und Duftstoffen. Sie tragen zur Qualität von Obst und Gemüse bei und sind an der Synthese verschiedener biochemischer Substanzen wie Hormonen, Ölen, Vitaminen und natürlichen Cannabinoiden beteiligt.
Pflanzliche Terpene (aus der Pflanze gewonnen) sind die wichtigsten Bestandteile der ätherischen Öle, die in Ernährung, Kosmetik und Kräutermedizin verwendet werden. Auch Bier und Wein stecken voller Terpene.
Terpene sind auch für das einzigartige Aroma der Cannabis-Pflanzen verantwortlich. Sie sorgen z.B. dafür, dass eine Cannabis-Sorte einen süßlichen, sauren oder erdigen Duft und Geschmack besitzt. Zudem dienen die chemischen Verbindungen dazu, die Cannabis-Pflanze vor Feinden zu schützen und Insekten für die Bestäubung anzuziehen.

Terpene in der Cannabis-Pflanze

Terpene werden in den Trichomen der Cannabis-Pflanze hergestellt. Trichome sind die klebrigen, glänzenden und pilzförmigen Kristalle die auf den Blättern und Knospen der Pflanze sitzen. Sie übernehmen den Pflanzenschutz, indem sie bestäubende Insekten anlocken sollen. Außerdem wirken als Abwehrmechanismus der Pflanze, indem sie das Gewächs vor Pilzen, Bakterien, Fressfeinden oder anderen umweltbedingten Stressfaktoren schützen.
Aus diesem Grund befinden sich diese Verbindungen in besonders starker Konzentration in den Blüten weiblicher, unbefruchteter Cannabis-Pflanzen.
Man geht davon aus, dass es über 120 verschiedene Terpene in der Cannabis-Pflanze gibt. Dabei weist jede Sorte eine einzigartige Konzentration und Kombination der verschiedenen Terpene auf.
Die genaue Zusammensetzung der Terpene in Cannabis-Pflanzen ist von verschiedenen Faktoren wie Klima, Düngemittel, Alter der Pflanze etc. abhängig.
Somit besitzt jede Cannabis-Sorte ein einzigartiges Profil von chemischen Verbindungen.

Die Wirkung von Terpenen in der Cannabis-Pflanze

Es gibt bereits über 120 verschiedene identifizierte Terpene in der Cannabis-Pflanze. Zwar können die Unterschiede sehr subtil sein, es wurden jedoch große Fortschritte darin gemacht, die Klassifizierung der Aromastoffe und deren Auswirkungen verständlicher zu machen. So können die Wirkstoffe generell in süß, sauer, bitter oder würzig aufgeteilt werden, wobei jede Kategorie in weitere spezifische Gerüche zerfällt.
Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Terpene, die in der Cannabis-Pflanze vorkommen.

Myrcen:

Bei Myrcen handelt es sich um das Terpen, das in Cannabis in der größten Menge vorhanden ist.
Das Monoterpen hat ein moschusartiges, krautiges Aroma und man findet es auch in Lorbeerblättern, wildem Thymian, Hopfen, Zitronengras und Mangos, sowie vielen weiteren Pflanzen.
Myrcen wird eine beruhigende und entspannende Wirkung zugeschrieben.
Als therapeutische Wirkungsbereiche werden die Linderung von Schmerzen und Entzündungen sowie Hilfe bei Muskelverspannungen und Schlaflosigkeit genannt.

Limonen:

Bei Limonen handelt es sich ebenfalls um ein Monoterpen.
Limonen wird hauptsächlich für das Aroma von Zitrusfrüchten verantwortlich gemacht, daher ist dieses Terpen auch als Geschmacksstoff in der Lebensmittelproduktion oder als Duftstoff in Parfüm häufig anzutreffen.
Darüber hinaus wird es aufgrund seiner antibakteriellen und antifungalen Wirkung oft in der Alternativmedizin gebraucht, z.B. um Sodbrennen oder anderweitige Magen-Darm-Beschwerden zu behandeln.
Generell wird Limonen eine stimmungsaufhellende und stresslindernde Wirkung nachgesagt.
Es findet sich außerdem in Fruchtschalen, Rosmarin, Wacholder und Pfefferminze.

Linalool:

Linalool ist ein Terpen, das ein blumiges, süßliches Aroma besitzt. Es ist z.B. in Minze, Lorbeeren, Zimt, Lavendel und einigen Zitrusarten anzutreffen.
Es besitzt eine angstlösende und beruhigende Wirkung. Darüber hinaus erzielt es krampflösende und antidepressive Effekte.

Pinen:

Pinen zeichnet sich durch ein kiefern-artiges Aroma aus. Es kommt unter anderem auch in Kiefernnadeln, Oliven, Hopfen, Rosmarin, Basilikum, Petersilie und Dill vor.
Pinen ist das in der Natur am häufigsten vorkommende Terpen. Darüber hinaus fördert Pinen die Wachsamkeit und Merkfähigkeit und besitzt eine antiseptische Wirkung.
In geringer Dosis wird Pinen bei Menschen aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung bei der Behandlung von Asthma eingesetzt.

Caryophyllen:

Caryophyllen ist in vielen ätherischen Ölen (vor allem Nelkenöl) enthalten. Es ist unter anderem für den scharfen Geschmack von schwarzem Pfeffer verantwortlich.
Abgesehen von Nelken und schwarzem Pfeffer findet man Caryophyllen auch in Baumwolle.
Ihm werden magenschützende und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben. Daher wird es unter anderem zur Behandlung von Arthritis, Geschwüren und Magen-Darm-Beschwerden verwendet.

Humulen:

Humulen strahlt einen subtilen Duft von Holz, Erde und Gewürzen aus. Das Terpen kommt unter anderem in Nelken, Ingwer, Salbei und Basilikum vor. Es ist außerdem eines der wichtigsten Terpene in Hopfen und somit eine der Schlüsselkomponenten für die Herstellung von Bier.
Ihm werden antibakterielle, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen zugeschrieben.

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